Freitag, 01. September 2006
Vom 01. bis zum 06. September öffnet die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin ihre Tore für medieninteressierte Menschen aus der ganzen Welt, die sich dort für unschlagbare Neuneurofuffzich am Tag die Nasen an den neuesten Breitwandfernsehern platt drücken können. Dieser ganze Technikkram ist ja lebenserleichternd und durchaus sinnvoll, aber wo bitteschön sind die guten alten Unterhaltungsshows geblieben, die live von der IFA gesendet wurden? Was habe ich sie damals in den späten 80ern Schrägstrich frühen 90ern geliebt: Die
2 im Zweiten mit Günther Jauch und Thomas "Fruchtschnecke" Gottschalk, oder
Eins ist Trumpf mit Sigi Harreis, Klaus Eberhartinger und Jürgen von der Lippe. Schade nur, dass es diese Formate heute nicht mehr gibt. Dabei würden sie so gut auf einem neuen Plasma-Fernseher zur Geltung kommen...
schmittskatze - 1. Sep, 16:50
Montag, 28. August 2006
Morgen früh um 6:30 muß ich in den Zug nach Frankfurt steigen. Diese Uhrzeit ist in meinem Biorhythmus normalerweise als Tiefschlafphase verzeichnet. Das alles nur, um nicht über London zu fliegen.
Ein Bombenanschlag in meinem Leben ist allerdings auch genug, wenn sich ein weiterer durch simple zwei Stunden Schlafdefizit umgehen lässt, wähle ich hier den Weg des geringsten Widerstands und der höheren Lebenserwartung.
schmittskatze - 28. Aug, 14:51
Donnerstag, 24. August 2006
Erst kürzlich erfuhr ich von der
Liebe auf den ersten Blick einer Stadtnachbarin. Es gibt sie, unwiderlegbar, auch mich hat sie nun getroffen, dieses spontane "das ist es!" aus dem Bauch heraus, ich kann nicht anders, ich muss. Meine Verlangen steigerte sich, je länger und öfter ich mir das Bild ansah, auf Seite 54 meiner Frauenzeitschrift.
Seit ich mir die Haare für die Hochzeit meines Bruders auf Hochstecklänge wachsen ließ, habe ich nicht viel anderes mit ihnen getan als eben dies – wachsen lassen. Hier und da ein wenig die Farbe verändert, mal heller, mal dunkler. Im Grunde aber hatte ich halt Haare, unglaublich viele davon. Jetzt habe ich tatsächlich eine Frisur. Und einen neuen Job, für den ich mir extra Visitenkarten drucken lassen werde:
Übrigens, auch dieser wundervolle Satz stimmt: Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben.
schmittskatze - 24. Aug, 13:46
Dienstag, 22. August 2006
In der letzten Woche bin ich an vier von fünf Tagen zu spät zur Arbeit gekommen. Am fünften Tag war ich nur innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens an meinem Schreibtisch, weil es geregnet hat wie Sau und ich mich doch lieber mit dem Auto auf den Weg machte, das reduziert die Anfahrtszeit um die Hälfte. Bei Regen bin ich ein Weichei, dann fahr ich nicht Fahrrad. All dies, weil mein bis hierhin so verlässlicher Wecker den Geist aufgab (woher kommt bloß dieser Ausdruck?). Eigentlich hat nur das Netzteil den Geist aufgegeben, die Uhrzeit wurde ja noch angezeigt und geweckt hätte er auch noch, nur hat das Netzteil so laut gebrummt, dass ich nicht in den Schlaf gefunden habe, aus dem ich dann geweckt hätte werden müssen.
Gestern wurde ein neuer Wecker gekauft. Mit sechs Zentimeter hoher LED Anzeige, damit ich hornhautverkrümmtes Huhn die Zahlen auch mitten in der Nacht erkennen kann, wenn ich im Halbschlaf ein Auge aufblinzele. Wie Mondlicht fällt ihr Schein beruhigend auf mich hinab. Der Weckruf (die Bedienungsanleitung nennt ihn liebevoll Buzzer) ist unwiderstehlich, das morgendliche AufdenletztenDrückerloshetzen damit Vergangenheit.
Heute Morgen wurde ich um 6:55 Uhr kurz wach, die Zahlen leuchteten mir freundlich grün entgegen. "Schön," dachte ich, "eine halbe Stunde hab ich noch." Kuschelte mich in meine Schlafmulde und schlummerte wieder ein. Wenige Minuten später fiel der Strom aus.
schmittskatze - 22. Aug, 11:53
Sonntag, 20. August 2006
Im Bus: Ein junger Mann mit Hemd und Krawatte trinkt aus einer Wasserflasche. Er gibt ein erfrischtes "Ahhh" von sich, blickt erstaunt auf das Etikett der Flasche in seiner Hand und liest laut vor: "Echter Geschmack, kein Zucker." Er wendet sich seinem Nachbarn zu: "Warum dann nicht auch ein tolles Leben und kein Stress, keine Staus, keine Kompromisse, eh? Erwachsen werden, aber nicht langweilig." Er steht auf. Die anderen Fahrgäste werden aufmerksam. "Warum können Fahrradfahrer nicht immer Vorfahrt haben? Und Freundinnen immer Recht?" Alle Fahrgäste und der Busfahrer stimmen ihm laut zu. Plötzlich öffnet sich die Bustür. Der junge Mann lehnt sich nach draußen, greift sich einen Straßenkegel und steigt auf den Bus, während er weiter überlegt. "Und warum nicht die Lösung aller globalen Umweltprobleme ohne die vollständige Ausrottung der Menschheit?" Als er auf dem Dach des Busses steht, benutzt er den Straßenkegel als Sprachrohr: "Denn ich habe ja auch echten Geschmack und keinen Zucker. Und genau so sollte das Leben sein." Am Straßenrand haben sich mittlerweile viele Menschen versammelt, die ihm zujubeln. Plötzlich stoppt der Bus abrupt, da er am Strand angekommen ist. Der junge Mann fällt Kopf über vom Bus ins Wasser. Die Menschen am Straßenrand sind erschrocken. Doch er taucht wieder aus dem Wasser auf, reißt seine Arme hoch und ruft: "Es geht mir gut. Es geht mir gut!"
schmittskatze - 20. Aug, 21:45
Samstag, 19. August 2006
schmittskatze - 19. Aug, 10:31
Freitag, 18. August 2006
Manchmal möchte ich einfach nur laut schreien, so laut, dass es auf allen Kontinenten gehört werden kann. Ich möchte solange hart auf den Boden stampfen, bis sich meine Beine in Schaumgummi verwandeln und mich nicht mehr tragen. Manchmal will ich gesehen werden. Ich will gehört werden, ich möchte ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich will Mittelpunkt sein, jemand, an dem man nicht vorbeikommt. Stattdessen bin ich einfach da.
Ich fühle mich, als hätte jemand den Schnellvorlaufknopf für mein Leben gedrückt. Ich komme morgens ins Büro und bevor ich zweimal zwinkere ist der Tag vorüber. Ich komme zurück in meine Wohnung und bevor ich zweimal zwinkere ist die Nacht vorüber. Ich schließe die Augen und schon hat ein neuer Tag angefangen. Plötzlich ist wieder Wochenende. Es heißt, die Zeit vergeht wie im Fluge, wenn man fröhlich ist. Ich sage, die Zeit fliegt dahin, egal, wie groß der Unterhaltungsfaktor gerade ist. Wenn der jeweilige Zeitvertreib auch noch Spaß macht, ist das ein willkommener Bonus.
Vielleicht war ich in meinem letzten Leben ja ein Pinguin. Ich bewege mich in jeder Situation unaufdringlich elegant und liebe Fisch. Ich ziehe die kühleren Gegenden den warmen vor, ich liebe das Meer und Wasser in allen Formen. Zugegeben, ich gehe ungern auf lange Wanderungen, so wie es die Tierchen in der Reise der Pinguine tun. Wahrscheinlich wäre ich einer von denen, die einfach mal stehen bleiben, weil grad ein Steinchen zwischen den Schwimmhäuten klebt, beim Abschütteln dann aus dem Gleichgewicht gerät und auf den Schnabel fliegt, und wenn ich mich aus der Schneewehe wieder rausgearbeitet hab, ist der Schwarm schon nicht mehr zu sehen. Selbst als Pinguin würde ich anders als die anderen Pinguine sein.
Schon wieder neigt sich ein Tag dem Ende zu. Morgen wartet wieder mein nichtergonomischer Bürostuhl auf mich. Es ist wieder Wochenende. Wie konnte das passieren?
schmittskatze - 18. Aug, 00:04