Dienstag, 22. August 2006

au clair de la lune


In der letzten Woche bin ich an vier von fünf Tagen zu spät zur Arbeit gekommen. Am fünften Tag war ich nur innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens an meinem Schreibtisch, weil es geregnet hat wie Sau und ich mich doch lieber mit dem Auto auf den Weg machte, das reduziert die Anfahrtszeit um die Hälfte. Bei Regen bin ich ein Weichei, dann fahr ich nicht Fahrrad. All dies, weil mein bis hierhin so verlässlicher Wecker den Geist aufgab (woher kommt bloß dieser Ausdruck?). Eigentlich hat nur das Netzteil den Geist aufgegeben, die Uhrzeit wurde ja noch angezeigt und geweckt hätte er auch noch, nur hat das Netzteil so laut gebrummt, dass ich nicht in den Schlaf gefunden habe, aus dem ich dann geweckt hätte werden müssen.

Gestern wurde ein neuer Wecker gekauft. Mit sechs Zentimeter hoher LED Anzeige, damit ich hornhautverkrümmtes Huhn die Zahlen auch mitten in der Nacht erkennen kann, wenn ich im Halbschlaf ein Auge aufblinzele. Wie Mondlicht fällt ihr Schein beruhigend auf mich hinab. Der Weckruf (die Bedienungsanleitung nennt ihn liebevoll Buzzer) ist unwiderstehlich, das morgendliche AufdenletztenDrückerloshetzen damit Vergangenheit.

Heute Morgen wurde ich um 6:55 Uhr kurz wach, die Zahlen leuchteten mir freundlich grün entgegen. "Schön," dachte ich, "eine halbe Stunde hab ich noch." Kuschelte mich in meine Schlafmulde und schlummerte wieder ein. Wenige Minuten später fiel der Strom aus.
paraflyer - 22. Aug, 15:07

Och, Du bist aber auch ein Pechvogel. emoticon *tröst*

Ach sorry, ich vergesse das mit den Smilies immer - werde mich bessern. Kann ich Deinem Text entnehmen, daß Du dann wieder zu spät gekommen bist? Vielleicht doch mal einen Wecker mit Batterie nehmen. Leuchtet vielleicht nicht so schön, aber der funktioniert auch nach dem Stromausfall.

schmittskatze - 22. Aug, 15:23

Oh Wunder, dieser Wecker hat ein Fach für eine Notfallbatterie. Ich wollt ja auch gestern fix noch eine kaufen, aber mein Plusmarkt (bei dessen Marktleiter ich mich gerade noch bedankt habe, das hat er sich jetzt auch wieder verscherzt) hat wegen Umbauarbeiten geschlossen. Der nächste nach sieben geöffnete batterienverkaufende Laden ist vier Kilometer entfernt. Da es geregnet hat wie Weltuntergang, dacht ich mir so im Stillen: Morgen ist auch noch ein Tag, an dem bei Sonnenschein eine Batterie gekauft werden kann.
paraflyer - 22. Aug, 19:24

Jetzt wirst Du sicherlich immer eine Notbatterie im Haushalt haben, gell?
Mirtana - 22. Aug, 16:22

Die Redewendung "den Geist aufgeben" kann man wohl nicht auf einen Ursprung zurück führen. Am beliebtesten ist immer noch die These, daß sie aus dem Mittelalter kommt und mit der Letzten Ölung zusammenhängt. Gab ein Priester einem Kranken die "Letzte Ölung", dann gab er offiziell die Hoffnung auf, daß dieser Mensch wieder gesund werden würde - er gab also dessen Seele/Geist auf.

Eine andere beliebte Theorie besagt, es würde daher kommen, daß im Falle des Sterbens die Seele bzw. der Geist den Kampf aufgebe - ergo, der Mensch stirbt.

schmittskatze - 22. Aug, 21:15

Vielen Dank, gut, wenn wandelnde Lexika unter den Lesern sind. Ich hatte auch dieses nette Bild vor Augen: man kann seinen Geist genauso bei der Post aufgeben wie ein Paket. "Na, wo soll'n der Nebel denn hin?"
Mirtana - 22. Aug, 21:19

Hehe, hier besteht ja keine Gefahr, daß ich mitten in der Nacht mit sinnigen Fragen aus dem Schlaf gerissen werde. Nettes Bild übrigens, besser noch als mit der Post versandte Urnen, die dann irgendwo verloren gehen während der arme Seebestatter in Erklärungsnöte kommt, wo denn Omma samt Urne abgeblieben sei ...
Chinaski - 23. Aug, 00:28

Der Strom fiel aus? ähm, wo residierst du meine Liebe? Blogst du aus den Gaza Streifen? :)

Kaffeetante64 - 25. Aug, 07:05

Hallo.

wenn ich dein Kampf mit dem Wecker lese, fällt mir dazu das Lied "Eim ganz normaler Tag" von Franziska Kleinert ein.

LD MIchaela

schmittskatze - 6. Sep, 19:30

Ja, der Text passt. Zwar nicht die Stelle mit den Hühnern, aber ab dem Bad könnte er von mir sein.

die Rhön

Mittelgebirge in der Randlage zwischen Hessen, Thüringen und Bayern. Ihre Bewohner sind einerseits Bauern und Pendler, andererseits Rhönschafe und (kurz vor dem Aussterben) Auerwild.

was war

rückbezüglich
2006. Das Jahr in Kurzantworten. Zugenommen oder abgenommen? Endergebnis:.. .
schmittskatze - 11. Jun, 00:50
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schmittskatze - 8. Dez, 10:06
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schmittskatze - 15. Nov, 16:56

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