die lange reise
Heute ist die Trauerfeier. Ich hatte meinem Vater zugesagt, ihn damit nicht alleine zu lassen. Das bedeutet 1200 km in 18 Stunden, mit Gottesdienst, Familienfeierlichkeiten und erstaunlicherweise freudigem Wiedersehen. Was haben wir Geschichten erzählt und gelacht. Wenn nicht ein schlichter Sarg in unserer Mitte gestanden hätte, es wäre ein schöner Tag gewesen.
Ich habe mit meinem Vater an diesem Tag mehr geredet als in den letzten zehn Jahren zusammen. Nichts wichtiges natürlich. Es gab keine kathartische Aufarbeitung der Vergangenheit. Ich habe allerdings einiges Neues gelernt, zB warum mein Vater keine längeren Strecken mehr fährt. Er ist einfach der schlechteste Autofahrer der Welt.
schmittskatze - 9. Mai, 20:27